Beiträge von spyjoerg

    Hallo,


    mal ein Negativbeispiel.


    Ein Sachverständiger baut in eine Trinkwasserinstallation eine nette Versuchsanlage ein. Nun beauftragte dieser Sachverständige und externer Probennehmer das Labor mit der Untersuchung. Dieses hatte er als zusätzliche Serviceleistung dem Kunden verkauft und sollte gleichzeitig als Grundlage für die Abnahme der Anlage dienen.

    Klassiker: Den Bock zum Gärtner gemacht.


    • Auszug aus der Internetseite des Sachverständigen: als akkreditiertes Unternehmen führen wir die nach TVO 2011 vorgeschriebene Trinkwasseruntersuchung auf Legionellen durch

    Gemäß § 14 TrinkwV hat der UsI eine Untersuchungsstelle nach § 15 mit den Trinkwasseruntersuchungen zu beauftragen und keine Makler (Installateure usw.).

    Externe Probenehmer sind als Mitarbeiter des Labors anzusehen und erfüllen somit auch nicht die Anforderungen an Untersuchungsstellen nach § 15 TrinkwV.


    Sollte ein externer Probenehmer z.B. als Installateure, Sachverständige bei einem Kunden der Untersuchungsstelle auch nur ein Angebote abgegeben haben, ist dieser als befangen anzusehen und muss hierüber im Vorfeld den Leiter der Untersuchungsstelle informieren. Der verantwortliche Leiter der Untersuchungsstelle prüft und entscheidet, ob es sich um einen möglichen Interessenskonflikt handelt.


    Die in den Prüfberichte dokumentierten Ergebnisse der Trinkwasseruntersuchung einer DAkkS-akkeditierten und von der zuständigen Landesbehörde zugelassenen Untersuchungsstelle dienen als Grundlage für die Einleitung von Maßnahmen zum Gesundheitsschutz und sind Beweismittel vor Gericht, insbesondere in Strafverfahren !


    Die Klarstellung im "neuen" § 14 TrinkwV 2001 ist notwendig um bei Befunden Rechtssicherheit zu gewährleisten.


    Auch stellt sich für mich derzeit die Frage, wo man bezüglich eines möglichen Interessenkonfliktes die Grenze setzt. Mit der neue TrinkV2001 wird uns die Entscheidung abgenommen. Freut mich persönlich sehr !


    @ Peter:

    schau mal hier http://www.shk-nrw.de/news_archiv.php?id=1273&year=0

    Die DIN ISO/IEC 17025 ist als wesentlicher Bestandteil der Akkreditierungsvorschriften ist in diesen Punkt sehr eindeutig. Es ist vom Laborleiter sicherzustellen, dass die Untersuchungsstelle zu 100% unabhängig ist.

    Des Weiteren kannst du dich hierzu auch an die nette Kollegin vom LANUV in Düsseldorf wenden oder das UBA bzw. an die DAkkS. Es gibt hierzu auch ein eindeutiges Schreiben der zuständigen Zulassungsbehörde in Bayern oder Badenwürttemberg an die Untersuchungsstellen. Soweit ich mich erinnere sogar mit Androhung des Entzugs der Zulassung.


    Der UsI kann darüber hinaus natürlich soviel Untersuchungen des Trinkwassers durchführen wie dieser möchte. Nur darf auf den Prüfberichten kein Bezug auf die TrinkwV genommen werden bzw. der Anschein erweckt werden, dass es sich um eine solche Untersuchung handelt. Auch dürfen solche Untersuchungen von Gesundheitsämtern nicht anerkannt werden. Also welchen Mehrwert sollen diese Untersuchungen haben? Und wie will der UsI mit solchen Untersuchungen umgehen, wenn Krankheitserreger in bedenklich hoher Konzentration nachgewiesen werden? (Stichwort: Verkehrssicherungspflicht)


    Grüße

    Jörg